Seltene Schwarzpappeln gesetzt


Gemeinsame Pflanzaktion von Revierförster, DBS-Schülern und dem NABU Lich

Lich (-). Klamme Finger, Kälte und Dauerregen, mit den Stiefeln im Matsch – ach, ganz egal! Die Schüler der Nachhaltigkeits-AG aus der Licher Dietrich-Bonhoeffer-Schule und ihre Lehrerin Jessica Koch ließen sich auch von widrigen Aprilwetter-Bedingungen nicht von ihrem nächsten Außeneinsatz abhalten. Gemeinsam mit Revierförster Ulrich Gessner und Aktiven der NABU-Gruppe Lich pflanzten sie Schwarzpappeln in einem Waldstück bei Nieder-Bessingen.

Im ganzen Kreis Gießen sind dem NABU bisher keine Bestände oder auch Anpflanzungen bekannt.
Warum gerade Schwarzpappeln? Wirtschaftlich spielt diese in ganz Deutschland sehr seltene Art
kaum eine Rolle. Aber Förster wie Gessner wollen zum einen Bäume finden, die mit sich
verändernden Klimabedingungen klar kommen. Zum anderen gehen viele Insektenarten eine enge
Symbiose mit Pappeln ein und sind auf diese angewiesen.

Symbiose mit Pappeln ein und sind auf diese angewiesen.
Während die schlanken Kulturpappeln langsam aus dem Landschaftsbild verschwinden. weil
niemand mehr ihr Holz will, kann und soll daher die Schwarzpappel mit ihrer eichenähnlichen
mächtigen Krone diese Lücke füllen.

Es war ein mühsamer Start, weil es sogar bis vor kurzem auf dem Markt kaum Setzlinge zu
bekommen gab, so rar ist der Baum geworden. Im Zuge der Industrialisierung hat der Mensch überall Auenwälder zerstört, und an Flüssen standen Bäume in früheren Jahrhunderten einfach dem Treideln der Schiffe im Weg, die mit Pferden oder später Fahrzeugen vom Ufer her stromaufwärts gezogen wurden.

Etwa 100 Setzlinge hat die Stadt Lich angeschafft, sie waren nicht gerade billig zu haben. In Nieder-Bessingen hat Ulrich Gessner für sie einen feuchten Erlenbruch als Standort gewählt, in dem wegen der Erlenkrankheit dominierende Bäume absterben und schon viel Licht auf den Boden durchlassen. Die DBS-Schüler und ihm Lehrerin Jessica Koch werden „Ihre“ Bäumchen in den nächsten Monaten sicher interessiert im Auge behalten und beim Wachsen beobachten, genauso der NABU, der vom Förster auf Mithilfe angesprochen worden war und diese Aktion koordinierte.

Mit der Nachhaltigkeits-AG haben die Naturschützer bereits weitere gemeinsame Projekte begonnen, so eine Wildblumenwiese an der Schule selbst sowie die Pflege der naturnah umgestalteten Flächen rund um die Licher Marienstiftskirche.

Regen und Kälte getrotzt: Johanna Dern, Rieka Leidich, Moritz Rosche,
Ernst Brockmann, Johannes Durst, Paul Kestawitz, Lennard Lang, jessica Koch
und Andreas Feucht (v.L.) (Bild: privat)