Häufige und seltene Arten bei Schmetterlingsexkursion des NABU Lich
Lich. (Text und Bilder von Helmut Brümmer)
Wenn es in den Wiesen blüht, flattert es weiß zwischen den Halmen – die Weißlinge, zumeist Kohlweißlinge, zählen zu den häufigsten Schmetterlingsarten überhaupt. Doch wie unterscheidet man Männchen von Weibchen, wie den Kleinen vom Großen Kohlweißling, wie davon wiederum den grüngebänderten Kohlweißling? Und auch der leuchtend gelbe Zitronenfalter ist ein Weißling, na sowas!
Das alles (und noch viel mehr) lernten die zahlreichen Teilnehmer der NABU-Schmetterlingsexkursion mit Ernst Brockmann in den Licher „Sieben Bergen“. Das Wetter war der NABU-Gruppe Lich gesonnen: Zwar wenig Sonne, aber jedenfalls während der zweistündigen Führung kein Regen – und noch wichtiger: wenig Wind.
So konnte der NABU-Vorsitzende und Schmetterlingsexperte immerhin mehr als ein Dutzend verschiedene Arten zeigen und erläutern. Brockmann: „Kein schlechtes Ergebnis, auch wenn vor ein paar Jahrzehnten 30 Arten bei einer solchen Führung nichts Ungewöhnliches waren.“ Zwar ist 2025 für die Schmetterlinge ganz offenkundig ein deutlich besseres Jahr als 2024 („Das schlechteste Schmetterlingsjahr meines Lebens“), doch der Artenrückgang hält an.
Die Gründe sind vielfältig. Die Erderwärmung auch im Kleinen lässt zwar neue, wärmeliebende Arten bei uns auftauchen, aber alteingesessene werden in dramatischer Weise rar. Und überall dort, wo in den Feldern Wegesränder gemäht oder, noch schlimmer, gemulcht werden und nichts mehr den Sommer über blühen darf, verschärft sich die Lage noch einmal mehr.
Zunehmende Verbuschung offener Flächen ist ein weiteres Problem. Die „Sieben Berge“ in der Nachbarschaft des Naturschutzgebiets Niederried wurden vor Jahren als Ausgleichsfläche mit Magerrasen angelegt, der NABU leistete viele Arbeitsstunden, um die Verbuschung zurückzudrängen. Doch die Entwicklung sowohl des Rieds als auch der Offenflächen ist in den letzten Jahren nicht besonders positiv. Ernst Brockmann sieht hier unter anderem die Stadt Lich in der Pflicht, den Naturschutz-Status zu erhalten.

Nach „Goldener Acht“, einigen Landkärtchen, Hauhechel-Bläulingen und noch mehr Schachbrettfaltern fanden die Teilnehmer zum Abschluss der Wanderung noch etwas ganz Besonderes: Zwei dunkle Raupen des Kleespinners – eine Erstbeobachtung für den Landkreis Gießen. Die mächtige, acht Zentimeter lange Raupe dieses Nachtfalters ernährt sich von allerlei Blühpflanzen und Gräsern, die für trockene, magere Standorte typisch sind.


Die nächste Schmetterlingsexkursionen des NABU mit Ernst Brockmann findet am 10. August im Steinbruch Nieder-Kleen statt – Treffpunkt NABU-Hütte Langgöns, An der Bach 7.