Licher „Insektentankstelle“ trägt erste Früchte


Infotafel weist auf Gemeinschaftsprojekt hin – „Beispiel für andere“

Lich. Rosarot, schon bald saftig und lecker: Das Projekt „Insektentankstelle“ am Licher Rewe-Kreisel trägt im wahrsten Sinn des Wortes erste Früchte. Entlang des Zauns, der die Parkplatz-Zufahrt vom angrenzenden Schulgelände trennt, reifen die ersten Himbeeren, an denen im Sommer die Schüler gerne naschen dürfen. Da hier auch schon viele Stauden und Wildblumen blühen, weist jetzt eine große bunte Infotafel darauf hin, weshalb hier alles natürlich wachsen und gedeihen darf.
Die Initiatoren Walter Reber von Garten Volz und Stephan Saar vom Licher NABU konnten sich überzeugen, dass ihr Konzept aufgeht: Für Bienen, Hummeln und Falter, die in der Natur so wichtig und völlig unverzichtbar sind, ist der Tisch reichlich gedeckt. Die Insekten können hier nahe der Aral-Tankstelle ihren Energiebedarf an ihrer eigenen “Insektentankstelle“ aufs Beste decken.

Neben Volz und dem NABU sind auch die Stadt als Eigentümerin der Hänge entlang der Rewe-Zufahrt, die benachbarte Dietrich-Bonhoeffer-Schule und der Licher Rewe-Markt im Boot. Die Hänge werden nur noch zwei Mal im Jahr gemäht, das Mahdgut wird abgeräumt, um den Boden abzumagern – das brauchen die Blühpflanzen. Mulchen würde eher Brennnesseln und Gräser züchten. Und Totholzstämme, die hier verrotten dürfen, bieten so manchen Insektenarten Wohnung, Nahrung und Winterquartier.
„Ich freue mich sehr, dass wir hier gemeinsam etwas Positives für den Naturschutz leisten können“, kommentiert Walter Reber. Stephan Saar ergänzt: „Wir wünschen uns natürlich, dass ein solch gut sichtbares Beispiel Schule macht. Blühende Oasen sind in noch viel mehr privaten Gärten möglich – und helfen Insekten und damit indirekt den Obstbäumen, Vögeln und vielen mehr.“