Große Plakataktion: »Ein König sucht sein Reich«


Licher Wochenblatt vom 29.07.2010

29.07.2010 – LICH

NABU startete Artenschutzkampagne In Lich – Laubfrosch im Mittelpunkt

Lich (mpa). Unter dem Motto »Fast weg…« macht der NABU im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt mit über 800 Großplakaten in vielen hessischen Städten und Gemeinden auf das alarmierende Artensterben aufmerksam. Die drei Plakatmotive zeigen die drei gefährdeten Arten Laubfrosch, Apollofalter und Weißstorch. Kürzlich stellten Kürzlich stellten Mark Harthun, Naturschutzreferent und stellvertretender Geschäftsführer des NABU-Landesverbandes Hessen und Elke Hochgesand, Umweltpädagogin des NABU-Kreisverbandes Gießen, das Artenschutzprojekt »Ein König sucht sein Reich« vor der Plakatwand in der Kolnhäuser Straße/ Ecke Am Gründchen vor.

Ob Weißstorch. Apollofalter oder Laubfrosch – zur Erhaltung der Artenvielfalt ziehen NABUMitglieder an einem Strang. Allen voran Diplom-Biologe Mark Harthun als stellvertretender NABU-Landesgeschäftsfüh-rer und Elke Hochgesand (3.v.r.), Umweltpädagogin des NABUKreisverbandes Gießen. (Bild:mpa)

An dieser Stelle sollte eigentlich das Laubfrosch-Motiv anstelle des Weißstorches zum Pressetermin angebracht werden, da der Laubfrosch im Mittelpunkt der hessischen Kampagne steht. Das Laubfrosch-Plakat befindet sich jedoch vor dem Getränkemarkt in der Hungener Straße. Im Kreisgebiet weisen etwa 50 Plakate auf die Aktion hin, bundesweit sind es 4.700. »Der Laubfrosch ist Vorbild für den Froschkönig im Märchen und den Wetterfrosch auf der Leiter. Wir müssen alles dafür tun, diese heimische Amphibienart zu schützen«, sagte Mark Harthun. Dass Lich, die Stadt im Herzen der Natur, als Präsentationsort der Aktion gewählt wurde, sei kein Zufall. Hier werde sehr gute Arbeit zur Erhaltung der Artenvielfalt geleistet, betonte Harthun. Er freute sich, zum Vorstellungstermin mit Reinhard Gümbel und Klaus-Peter Emrich, zwei Vorstandsmitglieder der NABU-Gruppe Lich, begrüßen zu können. Klaus-Peter Emrich berichtete von dem Projekt »Waldfroschinsel«, bei dem Schüler und Schülerinnen der Erich-Kästner-Schule am städtischen Pflanzgarten ein Biotop anlegten (das Licher Wochenblatt berichtete) und verwies auf die Homepage der Ortsgruppe www.nabu-lich.de, in der weitere Aktionen dokumentiert wurden. Elke Hochgesand hob die Bedeutung der Natur- und Umweltbildung für den Erhalt der Biodiversität hervor. Die Autorin der Infobroschüre »Abenteuer Laubfrosch« wies darauf hin, dass Biologie, Ökologie und Lebensweise des Laubfrosches am besten durch spielerisches Erleben vermittelt werden können. Auf diese Weise sei es Kindern und Jugendlichen möglich, ein intensives Verständnis für Gefährdung und Schutzmöglichkeiten des seltenen Kletterkünstlers zu gewinnen. Wie Mark Harthun weiter ausführte, sollen im Rahmen des Artenschutzprojektes allein in Hessen in den nächsten drei Jahren hundert Projekte zum Schutz des Laubfrosches initiiert werden. Das Projekt helfe nicht nur dem Wetterfrosch, sondern auch vielen anderen bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die von den Hilfsmaßnahmen profitierten. Laubfroschgewässer seien beispielsweise auch für Vögel wie Blaukehlchen und Kiebitz sowie für Amphibien wie Kammmolch und Wasserfrosch nützlich. Im Rahmen des Projektes soll auch das ehrenamtliche Engagement durch Umweltbildung und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit gefördert und fachlich begleitet werden. »Das Jahr 2010 ist von den Vereinten Nationen zum Jahr der Artenvielfalt erklärt worden, um auf den weltweit drohenden Verlust der biologischen Vielfalt von Pflanzen und Tieren aufmerksam zu machen. Mit dem Laubfroschprojekt setzen wir ein sichtbares Zeichen für mehr Artenschutz«, so Mark Harthun. Am Schutz der Arten könne sich jeder durch ehrenamtliches Engagement beteiligen. Allein in Hessen gebe es rund 400 NABU-Gruppen, in denen man aktiv werden könne. Den Appell zum konsequenten Eintreten für den Artenschutz richtete Mark Harthun in besonderem Maße auch an die Politik.